Jägerstock; Germany, 1660

The Jägerstock or halbe Pique

The Jägerstock or halbe Pique

 

 

 

 

 

 

Jägerstock, not Jägermeister…

The tiny, vellum-bound volume contains 11 pages of text and 16 figures of the caliber you see above. (The unfocused wave in the image is due to the unevenly curled paper.)

 Johann Georg Paschen, Kurtze Anleitung des Jagerstocks / oder halbe Pique, Hall in Sachsen: In Verlegung Johann Ernst Tietzens, 1660 is missing from most bibliographies of fencing due to its rarity. In the pantheon of German Fencing literature, it takes a special place in that it is one of the last volumes to discuss the use of a staff weapon.

The Jägerstock (lit.: “hunter’s staff”) or half pike is “a strong staff about four fingers thick and four-and-a-half ells long, pointed at both ends, with which you can defend yourself again 10, 20, or 30 men if they’re only armed with swords”. He points out that the use of this weapon is not well-known in Germany, but only used in France.

Dr. Johann Georg Krünitz’ Oekonomische Encyclopedie of 1773 still has an entry describing the weapon, based on Paschen’s text:

Jäger=Stock, ein starker mit eisernen Spitzen beschlagener Stock, welcher noch zuweilen in einer ritterlichen Leibesübung zur Vertheidigung gebraucht wird; daher diese Uebung selbst auch der Jägerstock heißt. Vielleicht, weil die Jäger ehedem einen solchen Stock trugen; siehe Jagd=Stock.

Der Jägerstock ist ein starker Stock, ungefähr 4 Finger dick, und viertehalb Ellen lang, auf beyden Seiten mit eisernen Spitzen beschlagen, damit, im Fall der Noth, ein Mann, welcher ihn wohl zu führen weiß, gegen 10 oder 20, die mit bloßen Degen auf ihn zusetzen, sich vertheidigen könne. Die dazu gehörigen Lectionen sind vornehmlich die so genannten Glissaden*, vor- und rückwärts und auf allen Seiten, daß man nähmlich den Jägerstock geschwind durch die Hände auf diejenigen, die uns angreifen wollen. hinaus fahren (glissiren) lasse. Ferner hat man die so genannten spanischen Stockaden auf alle 4 Ecken; die Schläge über den Kopf; die Paraden von oben, vor und zurück; die Paraden von unten, vor und zurück; die Hiebe auf beyden Seiten und mit beyden Händen, vor und zurück, in einem ganzen Zirkel; die Hiebe rechts und links rund herum, in alle Seiten oder 4 Ecken; die Schläge von unten herauf und wieder von oben herunter in alle 4 Ecken, nebst einigen andern Lectionen mehr, wiewohl dieses ritterliche Exercitium nicht viel mehr auf unsern deutschen Fechtböden getrieben, sondern gemeiniglich das Piekenspiel dafür gelernet wird.

* Glissade heißt in der Fechtkunst diejenige Bewegung gegen ein vom Gegner uns entgegen gestrecktes Lager, da wir mit unserer Klinge an seiner Klinge dergestalt streichen, daß erstere einen ganzen Zirkel von oben herum an letzterer beschreibt, und beyde Klingen zwar wieder in ihre vorige Lage, aber so zu stehen kommen, daß unsere Klinge die gegnerische vollkommen packe; wodurch wir entweder uns selbst eine Blöße zum Stoß machen, oder den Gegner nöthigen, uns eine andere Blöße oder ein Tempo zu geben, worein wir sicher stoßen können.

One response to “Jägerstock; Germany, 1660

  1. I found it in the göttinger library and ordered the digitalization, you will find it here: http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN591440717

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